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European Pride Organisers Association (EPOA)

Von 2004 bis 2010 war ich sechs Jahre lang Vorstandsmitglied der European Pride Organisers Association (EPOA) – und zwar als Menschenrechtskoordinator. In dieser Eigenschaft nahm ich regelmäßig an den Vorstandssitzungen und den Jahreskonferenzen teil, die gleichzeitig die Generalversammlungen der Organisation sind. Zusätzlich besuchte ich in dieser Zeit etliche EuroPrides und andere Pride-Veranstaltungen, vor allem in Ost- und Südosteuropa. Die Nullerjahre waren ja jenes Jahrzehnt, in dem der LSBT-Bewegung in den meisten der neuen Demokratien dieser Region wieder schärferer Gegenwind entgegenzuschlagen begann, speziell bei ihren Bemühungen, Pride-Paraden durchzuführen. Diese teilweise sehr massiven Angriffe auf Pride-Veranstaltungen quer über den Kontinent – von Tallinn bis Sofia, von Brünn bis Moskau – fanden in dieser Zeit übrigens auch in meinen regelmäßigen und zahlreichen ausführlichen Berichten in den LAMBDA-Nachrichten ihren Niederschlag. Zu den Aktivitäten auf politischer Ebene gehörte in diesem Zusammenhang mein Lobbying bei OSZE-Tagungen, auf denen ich im Namen der EPOA diese massiven und teilweise mit Polizeigewalt durchgesetzten Einschränkungen der Versammlungsfreiheit anprangerte und entsprechende Maßnahmen einforderte.

 

Die Vorgeschichte

2003 ging der Verein „CSD Wien“, der bis dahin für die Durchführung der Regenbogenparade und des Regenbogenballs verantwortlich zeichnete, pleite. Die HOSI Wien sprang ein und übernahm 2003 die Organisation der Regenbogenparade (vgl. LN Special 3/2003, S. IV ff) und 2004 des Regenbogenballs. Für die HOSI Wien, die seit ihrer Gründung internationalistisch gesinnt und ausgerichtet war, lag es daher nahe, auch dem europäischen Dachverband von Pride-Veranstaltern beizutreten. Und so wurde sie 2004 Mitglied der EPOA, die auch die Lizenz für die Durchführung von EuroPride vergibt.

Die HOSI Wien bzw. ich selber hatten indes schon zuvor Kontakte zur EPOA bzw. zu EuroPride. Zum einen hat die europäische Pride-Bewegung ihre Wurzeln ja in der ILGA. Gerade in den Anfangsjahren von EuroPride (EPOA kam erst später ins Spiel) gab es da enge Überlappungen. Das erste „EuroPride“-Workshop fand auf der Europa-Tagung der ILGA Ende Dezember 1991 in Berlin statt. Dort wurde die Idee, einen europäischen Pride-Event ins Leben zu rufen, diskutiert. Und bei dieser Gelegenheit wurde dann auch gleich beschlossen, den EuroPride 1992 in London und 1993 in Berlin zu veranstalten. Die ein Jahr später, Ende Dezember 1992, in Brüssel stattfindende Europa-Tagung der ILGA hielt zwei EuroPride-Workshops ab und vergab den EuroPride 1994 nach Amsterdam. Auf der Europa-Tagung der ILGA in London Ende Dezember 1993 wurde schließlich ein Antrag verabschiedet, mit dem die Konferenz ihre Unterstützung für die Gründung einer „association of European Pride Organisers“ erklärte. Ein Jahr später wurde diese, eben EPOA, im Rahmen der Europa-Tagung der ILGA in Helsinki am 30. Dezember 1994 offiziell aus der Taufe gehoben. Auf dieser Gründungsversammlung und ersten Konferenz der EPOA wurde TEDDY WITHERINGTON zum Vorsitzenden und HARTMUT SCHÖNKNECHT zum Schriftführer/Kassier gewählt. Während EuroPride 1995 ausfiel, wurde EuroPride 1996 an Kopenhagen und 1997 an Paris vergeben. Ich nahm zwar an diesen vier erwähnten ILGA-Tagungen und wohl auch an einigen der EuroPride-Workshops teil, doch damals lag mein Interessenschwerpunkt auf anderen Gebieten.

Zum anderen hatte ich – quasi privat – bereits im Juni 1994 am dritten EuroPride teilgenommen (vgl. LN 3/1994, S. 34 ff). Damals machten mein Lebensgefährte PETER SCHEUER und ich in Amsterdam Station auf dem Weg zum Stonewall 25 International March on the United Nations (vgl. LN 3/1994, S. 42 f) und zur 16. ILGA-Weltkonferenz in New York (vgl. LN 3/1994, S. 46 ff).

1996 hielt ich bei einer Veranstaltung im Rahmenprogramm von EuroPride in Kopenhagen (vgl. LN 1/1996, S. 47, und LN 4/1996, S. 36) einen Vortrag über „Homosexualität in Osteuropa“ – und versäumte deshalb die zeitgleich in Wien stattfindende erste Regenbogenparade.

Im September 2000 war ich eingeladen, auf der 7. EPOA-Jahreskonferenz in Wien in einem Referat die ILGA-Europa und ihre Arbeit vorzustellen – ich war damals Vorstandsvorsitzender des europäischen Lesben- und Schwulenverbands. EPOA tagte in dem Jahr in Wien, weil im darauffolgenden Jahr EuroPride – das erste Mal – in der Bundeshauptstadt stattfinden sollte. Bis vor kurzem war es Brauch bzw. Teil der Lizenzvereinbarung mit EPOA, dass die Organisation, die den Zuschlag für EuroPride bekommen hat, im Jahr vor „ihrem“ EuroPride die Jahreskonferenz der EPOA veranstalten muss.

2001 hat sich die HOSI Wien dann mit mehreren, darunter sehr großen und aufwendigen Projekten am EuroPride beteiligt – vgl. dazu meine Beiträge in den LN 3/2001, S. 6 ff sowie S. 12 ff.

Ein Jahr später nahm ich im Rahmen der „Interkulturellen Woche“ anlässlich von EuroPride 2002 in Köln an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Integration von homosexuellen MigrantInnen“ teil. Soweit das Engagement bei EuroPride bzw. EPOA bis zum HOSI-Wien-Beitritt 2004.

 

Aktive Mitarbeit

Nach diesem Beitritt fuhr ich im September 2004 konsequenterweise zur Jahrestagung der EPOA nach Oslo, um dort die HOSI Wien zu vertreten – und ließ mich breitschlagen, im Vorstand mitzuarbeiten (vgl. LN 4/2004, S. 22). Nicht nein sagen zu können ist schon immer mein größter Fehler gewesen. Denn eigentlich wollte ich nach meinem Rückzug nach sieben Jahren im Vorstand der ILGA-Europa (1996–2003) so bald keine ähnliche Funktion mehr annehmen. Ich sollte noch fünfmal in dieser Funktion wiedergewählt werden und bis September 2010 dem EPOA-Vorstand angehören.

Es waren sechs Jahre mit viel ehrenamtlicher Arbeit, internationaler Vorstandskooperation, darunter auch uninspirierenden vereinsbürokratischen Arbeiten (Diskussionen über Statuten und Geschäftsordnung etc.), aber natürlich auch mit vielen spannenden Aktivitäten und vielen Reisen – zu Vorstandssitzungen, EPOA-Tagungen, Euro- und anderen Prides. In dieser neuen Funktion konnte ich überdies auf die Erfahrungen aus meinem Engagement in der ILGA-Arbeit zurückgreifen.

 

„Naming and Shaming“ bei der OSZE

Es drängte sich zum Beispiel förmlich auf, an meine ILGA-Aktivitäten bei der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) anzuknüpfen und etwa bei den Implementierungstreffen der menschlichen Dimension statt im Namen der ILGA-Europa nunmehr im Namen der EPOA zu lobbyieren und dabei auf die menschenrechtswidrige Einschränkung der Versammlungsfreiheit in zahlreichen OSZE-Teilnehmerstaaten hinzuweisen. Diese spezifischen Implementierungstreffen waren stets eine gute Gelegenheit, Verletzungen der Grundrechte anzuprangern. Natürlich durfte man sich dabei keine unmittelbare Reaktion oder gar ein sofortiges Abstellen von Missständen erwarten, aber es war ein probates Mittel, die Aufmerksamkeit dafür – auch bei nicht betroffenen Staaten – zu wecken und zumindest mittel- und längerfristig etwaige Verbesserungen anzustoßen.

In diesem Sinne reiste ich schon einen Monat nach der Übernahme der Vorstandsfunktion nach Warschau, um beim Implementierungstreffen der menschlichen Dimension die EPOA zu vertreten und das erste Statement in ihrem Namen abzugeben. Dies sollte zur jährlichen Routine werden, und so zog ich über die negativen Entwicklungen der jeweils letzten zwölf Jahre in der OSZE-Region regelmäßig kritische Bilanz – und in der Tat verschlechterten sich damals die Bedingungen für Paraden in immer mehr Staaten. Hier zum Nachlesen die EPOA-Statements:

Warschau 2004

Warschau 2005

Warschau 2006 (vgl. auch LN 6/2006, S. 26 f)

Warschau 2007

2007 fanden in Wien zudem zwei Ergänzungstreffen der menschlichen Dimension der OSZE statt, bei denen ich die EPOA ebenfalls vertrat: Eines im März zum Thema „Versammlungs-, Vereins- und Meinungsfreiheit“ und eines im Juli zum Thema „Schutz und Förderung der Menschenrechte“. Bei ersterem nutzte ich natürlich die Gelegenheit, eine schriftliche und mündliche Stellungnahme für die EPOA abzugehen (PDF hier). Die Abschlussberichte zu den genannten Konferenzen und Treffen finden sich übrigens auf dem Website des ODIHR – man kann sie unter Eingabe des Konferenztitels auch leicht ergoogeln.

 

Teilnahme an Pride-Veranstaltungen

Als EPOA-Vorstandsmitglied lag es auch nahe, Pride-Veranstaltungen in der genannten Region zu besuchen und sich vor Ort ein Bild zu machen. In den meisten Fällen habe ich darüber auch in den LAMBDA-Nachrichten berichtet. Hier die Liste:

 

Krakau 2005 (vgl. LN 3/2005, S. 27)

 

Chișinău 2005 (vgl. LN 4/2005, S. 26 + 28)

 

Moskau 2006

Das zweitägige Pride-Festival, das im wesentlichen aus einer internationalen Konferenz aus Anlass des „International Day Against Homophobia – IDAHO“ bestand, ging im geschützten Raum des Luxushotels Swissôtel Krasnye Holmy über die Bühne. Ich hielt bei der Gelegenheit ein Referat über „(Mixed) experiences of taking cases to the European Court of Human Rights“ (PDF hier). Bei dem Versuch, sich trotz Nichtgenehmigung der Demonstration zu versammeln, wurden mehrere Aktivisten verletzt, u. a. der grüne Bundestagsabgeordnete VOLKER BECK, ILGA-Europa-Vorstandsmitglied PIERRE SERNE und ich (vgl. LN 4/2006, S 25 ff, sowie die Medienaussendungen der HOSI Wien vom 28. Mai und 2. Juni 2006).

 

Berlin 2006

Am 22. Juli wurde mir auf der Abschlusskundgebung des CSD Berlin der vom gleichnamigen Verein verliehene Zivilcourage-Preis überreicht (vgl. Medienaussendung der HOSI Wien vom 20. Juli 2006 sowie LN 5/2006, S. 15).

 

Moskau 2007

2007 probierten es die AktivistInnen von Moscow Pride ein zweites Mal und organisierten am 26. Mai wieder eine internationale LSBT-Menschenrechtskonferenz, auf der ich diesmal nur ein Kurzreferat hielt. Eine Parade wurde wieder nicht genehmigt, AktivistInnen lieferten sich aber wieder Scharmützel mit der Polizei und anderen GegnerInnen (vgl. LN 4/2007, S. 26 f, und Aussendung der HOSI Wien vom 28. Mai 2007).

 

Moskau 2008

Am 1. Juni 2008 wurde beim dritten Versuch, eine Pride-Demo zu veranstalten, die Polizei durch einen Flashmob genarrt, an dem ich mich beteiligte (vgl. LN 4/2008, S. 28 – dort ist auch ein kurzes Video von der Aktion zu sehen).

 

Moskau 2009

Am 16. Mai 2009 scheiterte auch der vierte Paradenversuch in Moskau. Dass die Aufmerksamkeit der Welt wegen des am selben Tag stattfindenden Finales des Eurovision Song Contest auf die Stadt gerichtet war, war den russischen Behörden völlig egal (vgl. Vorbericht in den LN 3/2009, S. 28, sowie meinen ausführlichen Bericht in den LN 4/2009, S. 29 ff).

 

Reykjavík 2009

Am 8. August 2009 war ich im Zuge einer privaten Island-Reise Zaungast bei der Parade in der Hauptstadt. Die Nordmeerinsel war gerade durch die Banken- und Finanzkrise knapp am Staatsbankrott vorbeigeschrammt. In den LN 5/2009, S. 24 ff, berichtete ich über diesen Pride in Zeiten der Krise.

 

Budapest 2009

Budapest war in den Nullerjahren ein mahnendes Beispiel dafür, dass einmal Erreichtes nicht automatisch für immer gesichert ist, sondern ständig verteidigt werden muss. Nach einem Jahrzehnt problemloser Prides gab es 2007 und 2008 gewalttätige Attacken auf die Parade. Die Bewegung dachte indes nicht im Traum daran, sich einschüchtern zu lassen, und trotzte den Übergriffen. Am 5. September 2009 organisierte sie eine erfolgreiche Parade und schaffte damit eine dauerhafte Wende. Aus Wien waren zwei Busse mit AktivistInnen angereist. Ich berichtete ausführlich auf dem Website der HOSI Wien sowie in den LN 5/2009, S. 28 ff).

 

Belgrad 2009

Weniger erfolgreich waren die VeranstalterInnen der Pride-Parade im Nachbarland Serbien. Die für 20. September 2009 geplante Pride-Parade wurde kurzfristig abgesagt. Zahlreiche UnterstützerInnen und AktivistInnen aus halb Europa waren angereist. Ersatzweise fand eine nette Gartenparty in der Residenz des schwedischen Botschafters statt. Mein Bericht findet sich in den LN 6/2009, S 41 f. Im Jahr davor waren Politik und Sicherheitsbehörden konsequenter und engagierter, als es darum ging, die Sicherheit der LSBT-Fans beim Eurovision Song Contest zu gewährleisten, der im Mai 2008 in Belgrad über die Bühne gegangen war. Aber da schaute auch ganz Europa auf Serbien! Im übrigen hatte ich damals als Menschenrechtskoordinator der EPOA diese Frage der Sicherheit durch entsprechende Schreiben an Svante Stockselius, den ESC-Verantwortlichen bei der European Broadcasting Union (EBU), aufs Tapet gebracht. Die Angelegenheit erregte dann auch europa- und weltweit die gewünschte Aufmerksamkeit. Hier einige Pressemeldungen dazu:

Pink News vom 14. April 2008

Die taz vom 19. April 2008

 

Vilnius – [Minsk] – Bratislava 2010

Im Mai 2010 gelang es mir, an drei aufeinanderfolgenden Samstagen drei Städte zu besuchen, in denen erstmals eine Pride-Demo stattfand bzw. stattfinden sollte: Baltic Pride in Wilna am 8. Mai, Slavic Pride in Minsk am 15. Mai und Dúhový PRIDE in Pressburg am 22. Mai (vgl. LN 1/2010, S. 35 f).

 

EPOA-Jahreskonferenzen & EuroPrides

Als EPOA-Vorstandsmitglied (und HOSI-Wien-Vertreter) nahm ich natürlich regelmäßig an den Jahrestagungen der EPOA teil: in London 2005 (vgl. LN 6/2005, S. 23), in Madrid 2006 (vgl. LN 6/2006, S. 29, sowie Aussendung der HOSI Wien vom 9. Oktober 2006), in Stockholm 2007 (vgl. LN 6/2007, S. 24, sowie Aussendung der HOSI Wien vom 25. September 2007), in Zürich 2008 (vgl. LN 5/2008, S. 26), in Warschau 2009 (vgl. LN 6/2009, S. 42) und in Rom 2010 (vgl. LN 5/2010, S. 25 f).

Nach meinem Ausscheiden aus dem EPOA-Vorstand im September 2010 schwänzte ich die darauffolgende Jahrestagung in London (2011), aber ab 2012 vertrat ich dann die HOSI Wien – bis zu meinem Ausscheiden – wieder ohne Unterbrechung auf den EPOA-Konferenzen: in Marseille 2012 (vgl. LN 4/2012, S. 23), in Wilna 2013 (vgl. LN 5/2013, S. 38), in Riga 2014 (LN 4/2014, S. 24 + 26), in Amsterdam 2015 (vgl. LN 4/2015, S. 18), in Montpellier 2016 (vgl. LN 5/2016, S. 28 ff) und in Göteborg 2017 (vgl. LN 5/2017, S. 28). Als Vertreter der HOSI Wien lobbyierte ich dann einige Jahre bei den Delegierten und machte auch beim EPOA-Vorstand gute Stimmung, um den EuroPride wieder nach Wien zu holen, was schließlich 2016 gelang. In Montpellier bekam die HOSI Wien den Zuschlag, drei Jahre später EuroPride in Wien auszurichten (vgl. Aussendung der HOSI Wien vom 13. Oktober 2016).

Wiewohl Vorstandsmitglieder nach Möglichkeit an der EuroPride-Parade teilnehmen sollten, schaffte selbst ich dies nicht jedes Jahr während meiner „Amtszeit“. Und so nahm ich nur in Oslo 2005 (vgl. LN 4/2005, S. 28), in Stockholm 2008 (vgl. LN 5/2008, S. 25 f), wo ich im Rahmen des umfangreichen Pride-Programms auch einen Vortrag über den langen Kampf in Österreich um Rehabilitierung für die homosexuellen NS-Opfer hielt, sowie in Zürich 2009 (vgl. LN 4/2009, S. 35 f) teil, während ich London 2006, Madrid 2007 und Warschau 2010 (vgl. LN 3/2010, S. 40 f) ausfallen ließ.

In London nahm ich allerdings an der eintägigen „Prides Against Prejudice“-Konferenz teil, die am 30. Juni 2006 als Teil des Rahmenprogramms stattfand. Es war aber nur ein Tagesausflug für mich, am Abend flog ich wieder nach Wien zurück, um am nächsten Tag an der Regenbogenparade in Wien teilnehmen zu können.

Die Tagung war ein gemeinsames Projekt von Amnesty International, ILGA-Europa, EPOA und britischen Organisationen wie Pride London und Stonewall (vgl. LN 3/2006, S. 22). Ich war Mitglied im Organisationskomitee für die Tagung. Da ich im Oktober 2005 auf der ILGA-Tagung in Paris für ein Jahr auch wieder in den ILGA-Europa-Vorstand gewählt worden war (vgl. LN 6/2005, S. 21, bzw. Aussendung der HOSI Wien vom 31. Oktober 2005), war ich quasi in doppelter Vorstandsfunktion beteiligt. Als Ergebnis der Konferenz wurde im September 2006 von der ILGA-Europa „A toolkit for pride organising in a hostile environment“ herausgegeben, eine Art „Kochbuch“ für das Organisieren und Durchführen von Pride-Veranstaltungen in einem feindseligen Umfeld (PDF hier).

 

Beiträge in CSD-Magazinen

In diesen Jahren war ich auch gefragter Autor für diverse Pride- und EuroPride-Magazine:

Paris 2001

Wien (EuroPride) 2001

CSD-Magazin (D) 2005

CSD-Magazin (D) 2006 – und 2. Beitrag

London (EuroPride) 2006

CSD-Magazin (D) 2007

Zürich + Warschau (EuroPride) 2009 bzw. 2010. Der Beitrag wurde auch ins InterPride-Magazin 2009 übernommen.

Wien 2013

 

Epilog

Nach so vielen Jahren ist mein „Bedarf“ an Pride-Paraden einigermaßen gedeckt – mein erster Pride war ja bereits 1978 (!) in Kopenhagen, wie ich in meinem vorhin erwähnten Aufsatz „40 Jahre Pride“ schildere. Und so genügte mir nach 2010 die jährliche Teilnahme an der Wiener Regenbogenparade. Nur 2011 legte ich einen privaten Besuch in Moskau, einer meiner absoluten Lieblingsstädte, zeitlich so, dass ich am 28. Mai in der Stadt war, aber auch bei diesem Versuch einer Demo blieb es beim Versuch (vgl. LN 3/2011, S. 31).

Es ist mir aber auch schon passiert, dass ich ungeplant und unwissend in eine Parade stolperte, etwa 2016 anlässlich eines Ausflugs mit meiner englischen Verwandtschaft nach Brighton. Oder 2018, als ich auf einer privaten Reise nach Stettin einen längeren Zwischenaufenthalt in Warschau hatte und daher die S-Bahn vom Flughafen für einen kurzen Ausflug in die Stadt nahm – um dann am Hauptbahnhof unvorbereitet in auffällig viele Regenbogenfahnen zu geraten. Eine junge Frau klärte mich auf, dass hinterm Kulturpalast, wo auch das Pride-Village und die Bühne für die Abschlusskundgebung aufgebaut waren, gerade die Pride-Parade eintrudelte. Auf jeden Fall ein netter Stopover an diesem heißen Juni-Tag…

 

Viermal vertrat ich die EPOA bei OSZE-Implementierungstreffen der menschlichen Dimension in Warschau...

...und zweimal bei Ergänzungstreffen der menschlichen Dimension in Wien. Die Namensschilder behielt ich als Souvenirs.

Kischinau 2005

Nein, nicht Moskau, sondern Wien: Demo am 2. März 2006 bei der russischen Botschaft (im Hintergrund die russisch-orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus) gegen die Nichtgenehmigung der im Mai geplanten Pride-Parade in Moskau (vgl. LN 2/2006, S. 23 f).

Auch für die TeilnehmerInnen der beiden Menschenrechtskonferenzen im Rahmen von Moscow Pride 2006 und 2007 gab es Name-Tags zur Erinnerung.

Auf diese Erinnerung an Moskau 2006 hätte ich indes verzichten können – Märtyrertum ist nichts für mich!

Ein konkretes Ergebnis der „Prides against Prejudice"-Konferenz im Rahmen von EuroPride in London 2006: ein Tool-Kit für das Organisieren und Durchführen von Pride-Veranstaltungen in einem feindseligen Umfeld, herausgegeben von der ILGA-Europa. Download-Link im Text.

Berlin 2006: Verleihung des Zivilcourage-Preises

Moskau 2007: GEBI MAIR, damals grüner Gemeinderat in Innsbruck, und ich gaben dem ORF-Korrespondenten Georg Dox trotz der Tumulte am anderen Ende des Platzes völlig ungestört ein Interview für einen Beitrag, der am Abend in der „ZiB 1“ gesendet wurde. Nach meinen schlechten Erfahrungen im Jahr zuvor nahmen wir sein Angebot gerne an, den Schauplatz im Auto des ORF-Teams zu verlassen. Wir stiegen ein paar Straßen weiter aus und gingen dann zu Fuß nach Hause.

Moskau 2008: Flashmob vor der Statue des wohl berühmtesten russischen Homosexuellen, des Komponisten Peter Iljitsch Tschaikowski, am Platz vor dem nach ihm benannten Konservatorium in der Bolschaja Nikitskaja Uliza.

EPOA-Vorstand und EPOA-Gäste auf dem 18. Wiener Regenbogenball am 31. Jänner 2015: Carlos Sánchez (E), Mattias Kristoffersson (S), Stein Runar Østigaard (N), Juan Carlos Alonso Reguero (E), Kristīne Garina (LV), Hans De Mayer (B), Tomasz Bączkowski (PL), ich, Iris de Caluwé (B) und Ruben de Keyser (B)

Montpellier 2016: CLEMENS PFEIFFER und ich präsentieren – erfolgreich – die Bewerbung der HOSI Wien für EuroPride 2019 – sie bekommt den Zuschlag.