Seite wählen

40 Jahre HOSI Wien

LOSE SERIE: AUS DEM ARCHIV

Veröffentlicht am 29. Januar 2020

Heute vor 40 Jahren wurde die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien offiziell als Österreichs erster Homosexuellenverein gegründet. Der konstituierenden Generalversammlung am 29. Jänner 1980 gingen – wie sich das für ein ordentliches Baby gehört – neun Monate Schwangerschaft voraus: Im März 1979 war WOLFGANG FÖRSTERs Kleinanzeige („Möchte Schwulengruppe in Wien gründen bzw. an einer mitarbeiten“) im Falter erschienen, im April trafen sich die Interessierten zum ersten Mal. Es folgten regelmäßige Gruppentreffen, zuerst privat, dann im Extrazimmer eines Alternativ-Lokals, des „Treibhauses“. Der Rest ist Geschichte, die schon oft erzählt wurde (z. B. in den LN 2/2009, S. 6 f), auch von mir auf dieser Website. Die Anfänge meines Engagements können hier ebenfalls nachgelesen werden, ebenso Beiträge und Berichte über hunderte und tausende Aktivitäten der HOSI Wien in diesen vier Jahrzehnten (leider fehlen immer noch sehr viele Kapitel und komplette Abteilungen – ich denke, wohl die Hälfte der Texte, die mir vorschweben).

Die HOSI Wien ist heute eine der ältesten LSBT-Organisationen in Europa und in der Welt. Umso deprimierender ist daher der Umstand, dass dieses Jubiläum so sang- und klanglos vorübergegangen ist und die HOSI Wien nicht imstande ist, an ihre jahrzehntelange Tradition anzuschließen und zumindest ein fulminantes Geburtstagsfest auf die Beine zu stellen – wenn man schon keine sonstigen spezifischen Aktivitäten und Projekte anlässlich des runden Jubiläums organisiert.

Bleibt nur, nostalgisch in Erinnerungen zu schwelgen, sich die Fotos von den glamourösen früheren Festakten anzusehen und sich in den früheren Festschriften einen Überblick über die vielfältigen Tätigkeiten und Höhepunkte der Vereinsgeschichte zu verschaffen:

 

Zum 35er

Der Festakt zum 35. Geburtstag fand am 8. November 2014 im Wappensaal des Wiener Rathauses statt. SPÖ-Stadträtin Sandra Frauenberger überreichte der HOSI Wien bei dieser Gelegenheit den Silbernen Rathausmann, die höchste Auszeichnung, die die Stadt an eine Gruppe bzw. einen Verein vergeben kann. Mein Bildbericht darüber erschien in den LN 5/2014, S. 6 ff.

Die HOSI Wien gab eine Festschrift heraus, die hier zum Download bereitsteht

 

Zum 30er

Das wohl in jeder Hinsicht spektakulärste Fest fand zum 30. Geburtstag statt. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) lud am 13. November 2009 zum Festakt ins Hohe Haus am Ring. Ein ausführlicher Bildbericht erschien in den LN 6/2009, S. 21 ff.

Diesmal hatte die HOSI Wien eine umfassende Wander-Ausstellung produziert, die die vielfältigen Tätigkeitsbereiche und Projekte des Vereins in Wort und Bild präsentierten und die auch beim Festakt in der Säulenhalle des Parlaments zu sehen war.

Das größte Geburtstagsgeschenk, das man sich wünschen und vorstellen konnte, bekam die HOSI Wien dann einen Monat später: Der Nationalrat verabschiedete das Gesetz über die eingetragene Partnerschaft, das am 1. Jänner 2010 in Kraft trat.

Zum 30er veröffentlichte ich in den LN zudem eine fünfteilige Artikelserie über bestimmte Aspekte der HOSI-Wien-Arbeit:

„Wie alles begann“, LN 2/2009, S. 6 f

„Der CSD vor der Regenbogenparade“LN 4/2009, S. 19 ff

„Rosa Wirbel und anderer Aktionismus“LN 5/2009, S. 12 ff

„22 Jahre Kampf für die ‚Homo-Ehe‘“LN 6/2009, S. 18 f

„Lange Demo-Tradtion“, LN 1/2010, S. 20 ff.

 

Zum 25er

Das große Fest zum 25. Geburtstag fand am 29. Oktober 2004 in der Volkshalle des Wiener Rathauses statt. Als spezifisches Projekt zu diesem runden Geburtstag gab die HOSI Wien in ihrer Edition Regenbogen die deutsche Übersetzung eines Buches über Carl Værnet, den dänischen SS-Arzt im KZ Buchenwald, heraus. Außerdem erstellte sie eine Festschrift, die ebenfalls hier zum Download bereitsteht.

Ein Bildbericht über die Geburtstagsfeier findet sich in den LN 1/2005, S. 6 f – samt Leistungsschau über das erste Vierteljahrhundert.

Die geplante und schon angezahlte Namenspatronanz für zwei Züge der ÖBB wurde dann im letzten Moment von den ÖBB storniert (vgl. LN 1/2005, S. 14 – oder als PDF hier).

 

Zum 20er

Der 20. Geburtstag war der erste, den die HOSI Wien „auswärts“ feierte, und zwar am 18. März 2000 ebenfalls in der Volkshalle des Wiener Rathauses. Es war eine fulminante Feier. Ein ausführlicher Bildbericht erschien in den LN bzw. in deren Beilage LAMBDA Special 2/2000, S. IV ff).

RALF KÖNIG hat aus Anlass des runden Jubiläums einen Cartoon für das LAMBDA-special-Cover Nr. 4/1999 gezeichnet, auf dem einige HOSI-Wien-AktivistInnen verewigt wurden.

 

Moderation & Geburtstagstorten

Wie man sieht, gibt es halt doch noch Konstanten im Leben: DIETER SCHMUTZER, ab Gründung des Vereins bis 1991 dessen Generalsekretär, danach Obmann bis 1994 sowie langjähriges Ensemblemitglied der HOSIsters, hat alle vier erwähnten Jubiläumsfeste der HOSI Wien moderiert.

Und Langzeit-Obmann CHRISTIAN HÖGL hat über 20 Jahre hinweg bei diesen Festen die Geburtstagstorten angeschnitten – und ist dabei scheinbar nicht älter geworden (siehe Fotostrecke rechts). Die HOSI Wien als wahrer Jungbrunnen.

 

Noch früher

Das 10-jährige Bestehen der HOSI Wien wurde am 29. Juni 1989 noch im bescheidenen Rahmen des eigenen Vereinslokals, im damaligen HOSI-Zentrum in der Novaragasse gefeiert. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Buch „Homosexualität in Österreich“ präsentiert, das anlässlich dieses Jubiläums von der HOSI Wien herausgegeben wurde (vgl. LN 3/1989, S. 6 ff).

Zu den Sonderprojekten aus Anlass dieses runden Geburtstags gehörten zudem eine Renovierung des HOSI-Zentrums und die Ausrichtung der 11. ILGA-Weltkonferenz vom 16. bis 22. Juli 1989 in Wien (vgl. LN 4/1989, S. 13 ff).

Und selbst zum nicht so runden 15. Geburtstag (1994) gab die HOSI Wien zumindest eine Festschrift heraus: „…Und sie bewegt sich doch… – 15 Jahre HOSI Wien“.

 

Gründungsversammlung der HOSI Wien am 29. Jänner 1980. Ich stehe übrigens ganz hinten in der letzten Reihe, zweiter von links. Zum Vergrößern des Bildes dieses wie immer bitte anklicken!

Diese Kleinanzeige hat WOLFGANG FÖRSTER im März 1979 im „Falter“ aufgegeben.

Hans Davidsen-Nielsen/Niels Høiby/Niels-Birger Danielsen/Jakob Rubin: „Carl Værnet – Der dänische SS-Arzt im KZ Buchenwald“.
Aus dem Dänischen von Kurt Krickler. Mit einem Vorwort von Günter Grau und einem ergänzenden Kapitel über Eugen Steinach von Florian Mildenberger.
Edition Regenbogen, Wien 2004. Herausgegeben zum 25-jährigen Bestehen der HOSI Wien

RALF KÖNIG hat aus Anlass des runden Jubiläums einen Cartoon für das LAMBDA-special-Cover Nr. 4/1999 gezeichnet, auf dem einige HOSI-Wien-AktivistInnen verewigt wurden.

Michael Handl/Gudrun Hauer/Kurt Krickler/Friedl Nussbaumer/Dieter Schmutzer: „Homosexualität in Österreich“. edition m, Junius-Verlag, Wien 1989.
Herausgegeben aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der HOSI Wien; gedruckt mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung.

Keiner schneidet Torten so gut an wie Obmann CHRISTIAN HÖGL: im März 2000 zum 20er gemeinsam mit Obfrau WALTRAUD RIEGLER,...

...2004 zum 25er mit Obfrau BETTINA NEMETH,...

....2009 zum 30er mit Obfrau HELGA PANKRATZ...

...und 2014 zum 35er mit Obfrau CÉCILE BALBOUS.

Festschrift zum 15. Geburtstag (1994): „...Und sie bewegt sich doch... – 15 Jahre HOSI Wien“

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.