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Weitere Beiträge in den LAMBDA-Nachrichten

Österreichische AIDS-Hilfe gegründet

Im August 1985 wurde die Österreichische AIDS-Hilfe (ÖAH) gegründet. Die Initiative dazu ging von der HOSI Wien aus. Sie fand dabei tatkräftige Unterstützung durch das damals von Kurt Steyrer (1920–2007) von der SPÖ geführte Gesundheitsministerium. Ich berichtete in den LN 4/1985 über die Gründung – hier leicht gekürzt.

Rosa Liebe unterm roten Stern

Im Oktober 1984 erschien das von der HOSI-Wien-Auslandsgruppe herausgegebene Buch Rosa Liebe unterm roten Stern – zur Lage der Lesben und Schwulen in Osteuropa. Auf der Frankfurter Buchmesse im selben Monat wurde es zum ersten Mal öffentlich präsentiert. Es war damals eine wichtige Publikation, die auch über den deutschen Sprachraum hinaus großes Interesse erweckte. In den LN 4/1984 berichtete ich über die Entstehungsgeschichte.

5. IGA-Kongress in Wien

Vom 11. bis 16. Juli 1983 fand in Wien die 5. Jahreskonferenz der International Gay Association (IGA) statt. Wohlwissend, dass sie dadurch bis zu einem halben Jahr Gefängnis riskierten, kamen 150 VertreterInnen von 55 Organisationen aus 25 Ländern nach Wien, um in 20 Arbeitskreisen und auf fünf Plenarsitzungen verschiedenste Themen und Aktionen zu diskutieren und zu beschließen. Ich berichtete in den LN 4/1983.

Foto-Ausstellung von Gudrun Stockinger im HOSI-Zentrum

Vom 9. Dezember 1982 bis 29. Jänner 1983 präsentierte sich das HOSI-Zentrum in der Novaragasse 40 zum ersten Mal als Galerie. Gezeigt wurde die Fotoausstellung „Ich küsse Ihre Hand, Madame...“, die in Zusammenarbeit mit der HOSI Wien entstand. Ich berichtete über die – etwas mühsame – Entstehungsgeschichte in den LN 1/1983, wo außerdem ein ausführliches Interview mit Gudrun Stockinger nachzulesen ist.

Protest gegen Verleihung des Låt-Leva-Preises an Kreisky

In den ersten drei Jahren nach Vereinsgründung der HOSI Wien regierte noch Bundeskanzler Bruno Kreisky (1911–1990) mit absoluter Mehrheit. Justizminister war Christian Broda (1916–1987). In dieser Zeit richtete sich nicht nur der Protest der HOSI Wien gegen Kreisky, sondern auch jener ausländischer Gruppen. Besonders aktiv war der schwedische Verband RFSL, über dessen Aktionen ich in den LN 3/1982 berichtete.

Amnesty und die Schwulen

Seit 1974 hat Amnesty International diskutiert, ob sie wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgte Menschen in ihr Mandat aufnehmen soll. Erst 1991 hat sie diesen Schritt getan. In den LN 3/1982 habe ich erstmals über die internen Debatten bei AI berichtet. Etliche Artikel zu diesem Thema sollten folgen. Die HOSI Wien war später in jener ILGA-Arbeitsgruppe vertreten, die sich speziell um das Lobbying in dieser Frage bei AI kümmerte, und betrieb dieses vehement in Österreich.

IGA-Tagung in Straßburg

Die IGA-Tagung zu Ostern 1982 in Straßburg war ein ziemlicher Aufreger. Sie wurde aus dem gebuchten Tagungsheim ausquartiert und stand quasi auf der Straße. Der Bischof der Stadt wetterte gegen die schwul-lesbische Zusammenkunft und bezeichnete Homosexualität als Krankheit. Ich berichtete darüber in den LN 3/1982. Die Aussagen des Bischofs waren im übrigen einer der Auslöser für Pierre Seel, als Homosexueller und auch als KZ-Überlebender herauszukommen (vgl. LN 4/1996, S. 59 ff).

Neujahrskonzert 1982

Am 1. Jänner 1982 stürmten FLORIAN SOMMER und ROBERT HERZ nackt auf die Bühne des Musikvereinssaals, auf der Lorin Maazel das Neujahrskonzert dirigierte, und entrollten ein „Transparent“, auf dem „Menschenrechte für Schwule“ zu lesen war. Die 150 Millionen FernsehzuschauerInnen in aller Welt bekamen die Flitzer-Aktion nicht zu sehen, da der ORF ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt – wie geplant – eine aufgezeichnete Balletteinlage sendete. Die beiden Aktionisten wurden in den LN 1/1982 interviewt.
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