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Weitere Beiträge in den LAMBDA-Nachrichten

AIDS-Notstand in Wien

Im März 1991 war in Wien die stationäre Versorgung der AIDS-PatientInnen zusammengebrochen. Dem AIDS-Pavillon Annenheim am Pulmologischen Zentrum Baumgartner Höhe (heute Klinik Penzing) drohte die Schließung. In den LN 2/1991 berichtete ich über die Hintergründe für diese prekäre Situation und einen beherzten und für den damaligen Bürgermeister Helmut Zilk unangenehmen Protest durch ACT UP Wien.

VfGH erkennt: HOSI-Transparent war Störung des mahnenden Gedenkens

Die Homophobie des VfGH zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der HOSI Wien. Im Oktober 1990 wies er auch eine Beschwerde zweier AktivistInnen zurück, die im Verhalten der Polizei bei der feierlichen Enthüllung des Mahnmals gegen Krieg und Faschismus im November 1988 eine Verletzung ihrer Grundrechte sahen. Ich berichtete über das enttäuschende Erkenntnis in den LN 1/1991 sowie in einem Update in den LN 3/1991.

Im Osten viel Neues

1990 schloss die HOSI Wien nach neun Jahren offiziell ihren Osteuropa-Informationspool EEIP – der Fall der Berliner Mauer bzw. das Hochziehen des Eisernen Vorhangs hatten ihn obsolet gemacht. Die LN 3/1990 nahmen dies zum Anlass für einen Schwerpunkt. WALTRAUD RIEGLER schrieb ausführlich über „Lesben in Osteuropa“, ich fasste die Entwicklungen in der Region in den 1980ern und speziell seit dem Ende des Ostblocks zusammen und berichtete über aktuelle Tagungen in Jena und Tallinn, an denen ich teilnahm.

Tumult im Landesgericht

Im März 1990 kam es bei einer Gerichtsverhandlung gegen die HOSI Wien zu einem Tumult. Mehrere Publikationen der HOSI Wien sollten wegen „Werbung für gleichgeschlechtliche Unzucht“ nach dem Mediengesetz eingezogen werden. Die Richterin wollte die Zahl der ZuhörerInnen begrenzen, ich ließ mich zu einer spontanen Aktion hinreißen und schleuderte den Aktenstoß in die Zimmerecke. In den LN 2/1990 berichtete ich darüber.

ILGA-Weltkonferenz 1989 in Wien – ein Arbeitsbericht

Vom 16. bis 22. Juli 1989 fand der Jahreskongress der International Lesbian and Gay Association (ILGA) statt – nach 1983 zum zweiten Mal in Wien und wieder von der HOSI Wien organisiert, diesmal in zweijähriger Vorbereitungsarbeit von einem hochmotivierten Orga-Team. Die Konferenz geriet – wie könnte es anders sein – zu einer Veranstaltung der Superlative, Rekorde und Premieren. Die LN 4/1989 berichteten ausführlich (auf 18 Seiten) darüber. Hier nur mein Arbeitsbericht.

Rosa Wirbel gegen Amnesty International

Es dauerte fast 20 Jahre, die Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International dazu zu bewegen, homosexuelle Verfolgte in ihr Mandat aufzunehmen. Die HOSI Wien beteiligte sich sowohl national als auch international an den entsprechenden Lobbying-Bemühungen. Unterstützt wurde sie dabei von der Aktionsgruppe Rosa Wirbel, die im Herbst 1988 zweimal auf den Plan trat, um die österreichische AI-Sektion diesbezüglich zu piesacken, wie ich in den LN 1/1989 berichtete.

Homo-Skandal Palme-Mord

Im Februar 1986 war der schwedische Ministerpräsident Olof Palme auf offener Straße in Stockholm erschossen worden. Zweieinhalb Jahre später haben die ohnehin ziemlich merkwürdigen Vorgänge rund um die polizeilichen Ermittlungen auch noch einen Homo-Skandal produziert. Eine Krimi-Story, wie sie das berühmte schwedische Autorenduo Maj Sjöwall und Per Wahlöö nicht besser erfinden hätte können. In einem Beitrag in den LN 4/1988 fasste ich die Ereignisse zusammen.

SS-Arzt Dr. Værnet – Über die Experimente an homosexuellen Häftlingen im KZ Buchenwald

Aus Anlass der 50. Wiederkehr des Anschlusses Österreichs an Nazi-Deutschland befasste sich die LN-Ausgabe 2/1988 ausführlich mit dem Thema Homosexuellenverfolgung im Dritten Reich (und danach), wobei der Schwerpunkt auf die Rolle von Ärzten und der Medizin gelegt wurde. Ich berichtete über den dänischen SS-Arzt Carl Værnet, der im KZ Buchenwald medizinische Versuche an Homosexuellen durchführte.
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