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Ist der Mord an Olof Palme wirklich geklärt?

LOSE SERIE: AUS DEM ARCHIV

Veröffentlicht am 22. Juni 2020

Diese Frage stellt sich auch nach der gemeinsamen Pressekonferenz von schwedischer Polizei und Staatsanwaltschaft am 10. Juni 2020, bei der – 34 Jahre nach dem Mord am schwedischen Ministerpräsidenten – bekanntgegeben wurde, dass die Akten zu diesem Mordfall nunmehr geschlossen werden und dass wohl der 20 Jahre zuvor verstorbene Stig Engström (1934–2000) die Tat begangen habe. Absolute Gewissheit und wasserdichte Beweise habe man allerdings nicht. Es wurden auch keine wesentlichen neuen Erkenntnisse vorgelegt. Die Indizien sprächen jedoch für die Täterschaft Engströms, beteuerten Hans Melander, der leitende Ermittler der Polizei, und Krister Petersson, der leitende Staatsanwalt. Dabei hätten sich wohl viele SchwedInnen eine solche Gewissheit gewünscht, um mit diesem nationalen Trauma endlich abschließen zu können.

Das Hauptmotiv der Ermittlungsbehörden für ihre jetzige Entscheidung war wohl, endlich einen Schlussstrich unter diese Angelegenheit zu ziehen – und so wurde einfach Engström posthum zum Mörder erklärt. Dieses Ende passt in der Tat perfekt als Abschluss der polizeilichen Ermittlungen, die von Anfang an eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen und ein echtes Debakel gewesen sind. Die Entscheidung ist jedoch insofern nachvollziehbar, als wohl keine neuen Erkenntnisse durch weitere Nachforschungen zu erwarten sind. Die meisten der ursprünglichen Ermittler sind mittlerweile in Pension gegangen, die aufwendigen Ermittlungstätigkeit hat rund 900.000 Seiten (ca. 250 Meter aneinandergereihte Aktenordner) an Unterlagen hervorgebracht. Allein um sie alle zu lesen, so hat man berechnet, bräuchte man neun Jahre. Rund 10.000 Personen wurden im Zuge der Ermittlungen einvernommen. Im Laufe der Jahre haben übrigens insgesamt 134 Personen den Mord gestanden, davon 29 direkt gegenüber der Polizei. Die Ermittlungen waren in jeder Hinsicht die aufwendigsten, die jemals in Schweden geführt wurden. Die Kosten dafür beliefen sich auf 550 Millionen Kronen (rund 52 Millionen Euro).

 

Justizirrtum

1989 wurde Christer Pettersson (1947–2004), ein drogensüchtiger Kleinkrimineller, für den Mord in erster Instanz verurteilt. Lisbet Palme, die beim Attentat mit ihrem Mann unterwegs gewesen und selber durch einen Streifschuss leicht verletzt worden war, hatte Pettersson bei einer polizeilichen Gegenüberstellung als Täter identifiziert. In der Berufungsverhandlung in zweiter Instanz wurde Pettersson freigesprochen. Lisbet Palme (1931–2018), der man ein fotografisches Gedächtnis nachsagte, blieb hingegen bei ihrer Aussage und war auch 25 Jahre nach der Tat davon überzeugt, dass Pettersson der Täter war.

Rund 150 Bücher wurden mittlerweile zum Palme-Mord veröffentlicht. In zwei davon war Stig Engström von den Autoren bereits als mutmaßlicher Palme-Mörder präsentiert worden.1 Dennoch: Der schlagende und überzeugende Beweis, dass Engström der Mörder ist, konnte nicht erbracht werden. Das bedauerte auch Olof Palmes Sohn Mårten, der im schwedischen Rundfunk nach der Pressekonferenz am 10. Juni meinte: „Ich glaube auch, dass Engström der Schuldige ist. Aber leider gibt es keine schlüssigen Beweise, um mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, dass er es gewesen ist.“ Er widerspricht damit auch seiner Mutter Lisbet, wobei auffällig ist, dass sowohl Lisbet als auch Mårten Palme die jeweils von den Behörden und der Politik präferierte und forcierte Version einer Einzeltäterschaft (aufgrund eines – im Falle Christer Petterssons offenkundig erst im nachhinein konstruierten – persönlichen Hasses auf Olof Palme) unterstützt haben. Immerhin gibt es einige Tattheorien, die einen politischen Hintergrund für sehr wahrscheinlich halten. Sind es womöglich Staats- und Parteiräson, die Lisbet und Mårten Palme davon abgehalten haben, mögliche politische Motive, von denen es ja einige gab, nicht öffentlich zu thematisieren? Es würde wohl das Königreich in seinen Grundfesten erschüttern, stellte sich etwa heraus, dass reaktionäre und konspirative Kreise in Schwedens Polizei und Militär ein Interesse am Tod Palmes gehabt und womöglich zu diesem Zweck sogar mit ausländischen Geheimdiensten (USA, Südafrika) zusammengearbeitet hätten.

Die einzige „politische“ Spur, die ernsthaft verfolgt wurde, war die sogenannte „Kurdenspur“. Man verdächtigte die PKK, den Mord begangen zu haben. Die Überlegungen dahinter und die konkreten Vorwürfe waren indes ziemlich substanzlos, aber Hans Holmér (1930–2002), der erste Chefermittler, der mit der Aufklärung des Mordes betraut wurde, verbiss sich geradezu darin. Holmér war Sozialdemokrat und wurde von Ingvar Carlsson, Palmes Nachfolger als Ministerpräsident und Parteivorsitzender, als Chefermittler eingesetzt. Holmér erwies sich jedoch als ziemlich glücklos und ungeschickt und musste nach einem Jahr, im Februar 1987, seinen Posten räumen.

Bereits in einem Beitrag in den LN 4/1988, S. 53 ff, habe ich mich gefragt: Warum zeigt sich die Sozialdemokratie so desinteressiert [an der „Polizeispur“] und bringt ständig die nicht gerade als brisant gehandelte „Kurdenspur“ ins Spiel? Hat sie etwas zu verbergen? Oder fürchtet sie einen Skandal, ja einen Schock, der das Land bis in die Grundmauern erschüttern würde, sollte aufgedeckt werden, daß Palme von rechtsextremen Polizeikreisen ermordet wurde?

 

„Homo-Skandal“

Der Grund, warum ich mich in den LN überhaupt mit dem Mordfall Palme beschäftigte, war ein „Homo-Skandal“, der sich ab Juni 1988 in den schwedischen Medien zum Sommerloch-Thema Nr. 1 ausgewachsen hatte. Ausgelöst wurde er, als die privaten Ermittlungen des sozialdemokratischen Verlegers Ebbe Carlsson aufflogen. Die Sache hatte nämlich auch einen homopolitisch emanzipatorischen Aspekt: Als Carlssons Homosexualität „ruchbar“ wurde, nahm er den Angriffen den Wind aus den Segeln, indem er sich freimütig zu seinem Schwulsein „bekannte“. Carlsson war eine schillernde Figur in der Sozialdemokratie, hatte dort zwar keine wichtige Funktion inne, jedoch privilegierten Zugang zur Parteielite2 – und war immer in der Nähe, wenn irgendwo ein Skandal aufpoppte. Für seine Parallelermittlungen lockte er Justizministerin Anna-Greta Leijon sogar ein Empfehlungsschreiben heraus, was dieser dann das Amt kosten sollte (ja, in Schweden müssen PolitikerInnen wegen jeder Kleinigkeit zurücktreten – unvorstellbar für österreichische Verhältnisse). Carlsson starb 1992 an AIDS. Er war auch einer der ersten prominenten Personen in Schweden, die durch ihr AIDS-Coming-out der Krankheit ein Gesicht gaben und öffentlich darüber sprachen.

In meinem damaligen Beitrag vermutete ich, die privaten Nachforschungen von Ebbe Carlsson und seinen Leuten seien der Unzufriedenheit mit den offiziellen Ermittlungen geschuldet, die auch Teile der Sozialdemokraten erfasst hätte, wobei ich es dann doch als merkwürdig empfand, dass ausgerechnet „der abgesetzte SÄK-Chef Holmér mit von der Partie war und daß auch die Carlsson-Gruppe wieder die ,Kurdenspur‘ aufgenommen zu haben schien“. Da war ich wohl naiver, als die schwedischen Krimis erlauben.

Der schwedische Blogger und Journalist Gunnar Wall, der selber drei Bücher3 über den Palme-Mord veröffentlicht hat, bezeichnet die Ebbe-Carlsson-Affäre als einen der verwirrendsten und missverstandensten Polit-Skandale in der jüngeren Geschichte Schwedens. Er sieht in der Verfolgung der Kurdenspur ein bewusstes Ablenkungsmanöver bzw. einen Versuch, die Angelegenheit einer „Scheinlösung“ zuzuführen. Er betrachtet die Aktivitäten, die schließlich in der Ebbe-Carlsson-Affäre endeten, als abgekartetes Spiel und versteckte Agenda sozialdemokratischer Kreise, die mit allen Mitteln verhindern wollten, dass andere politische Zusammenhänge näher untersucht wurden. Es ging dabei überhaupt nicht darum, den Mord aufzuklären.

 

Mordsmäßiges Schweigen

Dies erläutert Wall ausführlich in einem Blog-Beitrag über die Dokumentation Statsministern, Ebbe och affären, die das schwedische Fernsehen am 21. September 2017 ausgestrahlt hat und in der Ex-Ministerpräsident Ingvar Carlsson ausführlich zu Wort kommt, ihm aber keinerlei kritischen Fragen gestellt werden (vgl. auch Bericht in der Tageszeitung Expressen vom 22. September 2017). Wall macht kein Hehl aus seiner Enttäuschung über diese oberflächliche TV-Doku. Einerseits, betont Wall, trug Ingvar Carlsson als Regierungschef ja die politische Verantwortung für die ergebnislosen Ermittlungen und stand daher unter dem Druck der Öffentlichkeit, endlich Resultate zu liefern. Andererseits wollte die Regierung offenbar nicht riskieren, dass unvoreingenommene Ermittlungen womöglich brisante politische Motive ans Tageslicht beförderten.

Olof Palme war ja wegen seiner politischen und ideologischen Positionen sowohl im In- als auch im Ausland bei vielen – um es gelinde auszudrücken – äußerst umstritten. Er setzte sich mitten im Kalten Krieg für Abrüstung statt für die heimliche Zusammenarbeit des neutralen Schwedens mit der NATO ein, trat lautstark gegen den Vietnamkrieg (und damit gegen die USA) und das Apartheid-Regime in Südafrika auf, und für viele rechtsgerichtete Schweden war er der Sowjetunion gegenüber zu freundlich und nachgiebig. Palme hatte also wahnsinnig viele Feinde. Aber wenn schon ein politisches Motiv, dann am besten die kurdische PKK, dachte sich wohl das sozialdemokratische Establishment. Es gelang Ebbe Carlsson, Hans Holmér und ihren Freunden jedoch offenkundig nicht, belastbare Beweise gegen die PKK zu fabrizieren, wiewohl sie dabei offenbar mit der umstrittenen Sicherheitspolizei SÄPO, die selber im Verdacht stand, an dem Mordkomplott beteiligt gewesen zu sein, und neonazistischen Ex-Polizisten zusammenarbeiteten (vgl. meinen LN-Beitrag aus 1988). Wall vermutet aufgrund starker Indizien, dass Ingvar Carlsson weit tiefer in die Parallelermittlungen involviert war als etwa seine zurückgetretene Justizministerin Leijon. Sie war daher auch ein praktisches Bauernopfer, um von sich selbst abzulenken.

 

Merkwürdige Zufälle

Wall weist noch auf ein anderes interessantes Detail hin, das dafür spricht, dass Premierminister Ingvar Carlsson in dieser Sache ein Getriebener der Sicherheitspolizei war. Carlsson konnte nach der Reichstagswahl 1988 als Ministerpräsident weiterregieren. Von 1991 bis 1994 führte Carl Bildt eine bürgerliche Minderheitsregierung. Ab 1994 wurde die Legislaturperiode von drei auf vier Jahren verlängert. Sveriges socialdemokratiska arbetareparti (SAP) erstarkte bei den Wahlen, und Ingvar Carlsson übernahm wieder die Regierungsgeschäfte.

Am 17. August 1995 erschien in der Tageszeitung Dagens Nyheter ein Kommentar von Kjell-Olof Feldt, der unter Palme Finanzminister war. Mittlerweile hatte bereits der dritte (!) Parlamentsausschuss, der die Palme-Ermittlungen untersuchen sollte, seine Arbeit aufgenommen. Feldt vertrat die Auffassung, dass dieser Ausschuss jetzt ernsthaft die sogenannte „Polizeispur“ beleuchten und sich die Frage stellen müsse, ob schwedische – unter Umständen hochrangige – Polizisten an einem Komplott zur Ermordung des Premierministers mitgewirkt hätten. DN machten Feldts Überlegungen auch zur Schlagzeile auf der Titelseite. Am nächsten Tag kündigte Ingvar Carlsson seinen Rücktritt an. In der Nacht dazwischen waren zwei Männer auf das Dach der gut gesicherten Residenz des Ministerpräsidenten, in der Carlsson gerade schlief, geklettert. Offenbar eine Warnung der SÄPO an Carlsson, Feldt hier auf keinen Fall nachzugeben. Carlsson ging dann im März 1996 mitten in der Legislaturperiode in Pension. Sein Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten wurde Göran Persson.

Eine konzise, hervorragende und daher absolut lesenswerte Zusammenfassung der – vernachlässigten – „Polizeispur“ erschien übrigens am 26. Februar 2011 im Berliner Tagesspiegel aus Anlass des 25. Jahrestags der Ermordung Palmes.

 

Stieg Larssons Archiv

Stieg Larsson (1954–2004), Journalist, Herausgeber des Magazins EXPO und Autor der erfolgreichen Millenniums-Trilogie (Verblendung, Verdammnis, Vergebung), hatte ebenfalls über Jahre hinweg – bis zu seinem frühen Tod – eigene Nachforschungen zum Palme-Mord angestellt. 2014 stieß der Journalist und Dokumentarfilmer Jan Stocklassa zufällig auf Larssons persönliches Archiv. Er erhielt Zugang zu dem Nachlass und entdeckte in zwanzig Umzugskartons Larssons private Unterlagen über dessen Recherchen zum Mordfall Palme. In seinem Buch Stieg Larssons Erbe4 verarbeitete Stocklassa die bis dahin unbekannten Recherchen des Bestsellerautors zu einer True-Crime-Story. Wiewohl der Originatitel – Stieg Larssons arkiv – nyckeln till Palmemordet (Stieg Larssons Archiv – der Schlüssel zum Palme-Mord) – programmatisch klingt, wurden die Schlussfolgerungen von Stocklassa gezogen. Larsson war offenbar von der „Südafrika-Spur“ überzeugt, die indes keine neue war. Es gab schon früh Mutmaßungen, dass das Apartheid-Regime in Pretoria hinter dem Attentat stand und einen gedungenen Mörder auf Palme angesetzt und dabei Unterstützung von schwedischen Rechtsextremisten erhalten habe. Diese Theorie war jedenfalls plausibler als die Kurden-Spur.

 

Die Zeit ist noch nicht reif

Hätte sich dieser Verdacht erhärtet, hätte man dies wohl heute – mehr als ein Vierteljahrhundert nach Ende des Apartheid-Regimes – offenlegen können. Aber man hat es im Juni 2020 vorgezogen, Engström als Mörder zu präsentieren, ohne einen schlüssigen Beweis vorzulegen. Jedenfalls ergibt keine der beiden Varianten einen Sinn, denkt man an die kryptischen Aussagen, die u. a. von maßgeblichen Personen in diesem Ermittlungsdrama getätigt wurden:

Hans Holmér (1930–2002): „Wenn die Wahrheit über den Mord an Olof Palme ans Tageslicht kommt, wird sie Schweden in seinen Grundfesten erschüttern.“ (1986 in einem Interview in Dagens Nyheter)

Carl Lidbom (1926–2004), sozialdemokratischer Politiker (u. a. Minister, Reichstagsabgeordneter und schwedischer Botschafter in Paris), der eine dubiose Rolle in den diversen parlamentarischen Untersuchungsausschüssen zu den Palme-Ermittlungen spielte: „Das Beste für alle Beteiligten wäre, wenn der Mord an Olof Palme nie aufgeklärt würde.“

Harry Schein (1924–2006): Autor und Reformer des schwedischen Filmwesens sowie langjähriger Freund und Tennispartner Palmes: „Es gibt Kräfte im Staat, die nicht wollen, dass der Mord an Olof Palme aufgeklärt wird.“

Anders Ferm (1938–2019), 20 Jahre lang enger Berater, Mitarbeiter und Redenschreiber Palmes, wiederum wurde in Svenska Dagbladet (16. 2. 2003) wie folgt zitiert: „Ich habe keine Zweifel daran, wer Palme ermordet hat, aber ich sollte wohl seinen Namen nicht nennen.“ Denn: „Das schwedische Volk ist noch nicht reif, die Wahrheit zu erfahren.“

Sie alle haben ihr Wissen mit ins Grab genommen, aber noch leben einige, die die Wahrheit kennen.

Offenbar sind die zuständigen Behörden und auch die PolitikerInnen heute immer noch der Auffassung, das schwedische Volk sei noch nicht reif für die Wahrheit. Einen Mordauftrag durch das Apartheid-Regime, das 1994 überwunden wurde, oder eine Einzeltat durch Stig Engström hätte man wohl der schwedischen Bevölkerung auch vor 20 Jahren schon zumuten können. Beides hätte die Grundfesten des Landes nicht erschüttert. Es muss also „etwas Größeres“ hinter dem Attentat stecken, was die Behördenvertreter Melander und Petersson offensichtlich auch 2020 dem schwedischen Volk noch nicht zumuten wollten. Was sie in der Pressekonferenz am 10. Juni präsentiert haben, war wenig überzeugend. Die Zweifel und die Ungewissheit bleiben bestehen. Dagens Nyheter kommentierte am 11. Juni sarkastisch: „Statt Klarheit in der Schuldfrage haben wir ein Denkmal für ein polizeiliches Fiasko bekommen.“ Einer aktuellen Umfrage zufolge glauben nur 19 Prozent der befragten SchwedInnen, dass Engström der Täter ist.

Ich persönlich halte nach wie vor die Polizeispur für die realistischste. Irgendwie müssen aber auch die Sozialdemokratie bzw. einzelne hochrangige Vertreter tief in der Sache drinhängen – anders sind diese Vertuschung und dieses Schweigen nicht erklärbar.

Ein grober Überblick über die Mordermittlungen sowie die zahlreichen Täter-Theorien – samt umfangreicher Literaturliste – findet sich auch auf Wikipedia bzw. Wikizero. Auf schwedisch auch: https://sv.wikipedia.org/wiki/Palmemordet

 

 

Fußnoten:

 

1 Lars Larsson: Nationens fiende. Om mordet på Olof Palme, Eigenverlag/Books on demand (2016); und Thomas Pettersson, Journalist bei der Zeitschrift „Filter“: Den osannolika mördaren. Skandiamannen och mordet på Olof Palme (2018). Als E- und Hörbuch erhältlich.

2 Einen interessanten Beitrag („Vännerna på Singelbacken“) über die sozialdemokratische Parteielite und frühere Begegnungen der ProtagonistInnen in den Palme-Ermittlungen verfasste Anders Sundelin im schwedischen Nachrichtenmagazin Fokus (Ausgabe vom 26. Februar 2016).

3 Mörkläggning: statsmakten och Palmemordet, 1997; Mordgåtan Olof Palme, 2010, sowie Konspiration Olof Palme: mordet, politikern och hans tysta fiender, 2015.

4 Aus dem Schwedischen von Ulrike Brauns. Europa-Verlag, Berlin/München/Zürich/Wien 2018.

Gedenkplatte an jener Stelle am Sveavägen in Stockholm, wo Olof Palme am 28. Februar 1986 ermordet wurde.

Am 10. Juni 2020 gaben Hans Melander, der leitende Ermittler der Polizei, und Krister Petersson, der leitende Staatsanwalt, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt, dass die Ermittlungen im Mordfall Palme geschlossen werden, und präsentieten den vor 20 Jahren verstorbenen Stig Engström als mutmaßlichen Mörder.

Stig Engström war als erster Zeuge am Tatort...

...und ließ sich gerne von den Medien interviewen, hier vom schwedischen Fernsehen.

Thomas Pettersson hatte Stig Engström bereits 2018 in seinem Buch „Den osannolika mördaren“ (Der unwahrscheinliche Mörder) als Palmes Mörder präsentiert.

Ingvar Carlsson, Palmes Nachfolger als Parteivorsitzender und Regierungschef, 2013

Der spätere sozialdemokratische Parteiadel knüpfte schon in den 1970er Jahren seine Netzwerke. Nach dem Mord spielten viele von ihnen auch fragwürdige Rollen in den Ermittlungen. Hier Ebbe Carlsson und Hans Holmér...

...hier (1975) Ebbe Carlsson mit der späteren Justizministerin Anna-Greta Leijon, die dann wegen ihrer Unterstützung Ebbe Carlssons bei seinen Parallelermittlungen zurücktreten musste.

Anders Ferm (Mitte) und Olof Palme (re), 1970

Lisbet Palme und Carl Lidbom (1973)