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Erweiterung und Renovierung des „Gugg“ in der Endphase – Helgas Salon und Giovannis Room

Veröffentlicht am 18. September 2015
Schon nach fünf Jahren platzte das Gugg, das 2010 in der Heumühlgasse in Wien-Wieden eröffnete Vereinszentrum der HOSI Wien (vgl. LN 3/2010), wieder aus allen Nähten. Daher packte sie im Sommer 2015 die Möglichkeit, angrenzende Räumlichkeiten im selben Gebäude anzumieten, beim Schopf. Über die umfassenden Umbau- und Adaptierungsarbeiten berichtete ich in den LN 4/2015.

„Polier“ GIOVANNI REICHMANN überwachte die Aufstellung des riesigen Silos, aus dem der Estrich in die neuen Räume gepumpt wurde.

Zuvor musste TONI SPENGER in mühevoller Arbeit den alten Betonboden im neuen Gruppenraum, später „Salon Helga“ getauft, aufstemmen.

Sockelisolierung gegen Feuchtigkeit

Der alten Fassadenfarbe ging es mit vereinten Kräften der HOSI-Jugend (und bei Musik aus dem Ghettoblaster) an den Kragen.

Am 3. Oktober 2015 wurde schließlich im Rahmen der 5-Jahre-Geburtstagsfeier des „Gugg“ auch die Eröffnung der erweiterten Vereinsräumlichkeiten gefeiert. Wiens Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) hielt eine Rede; im Hintergrund HOSI-Wien-Obmann CHRISTIAN HÖGL.

Den ganzen Sommer über wurde an der Sanierung und Adaptierung der neuen Räume gearbeitet. Wie in der letzten Ausgabe berichtet (S. 8 f), hat die HOSI Wien ab Juli Räumlichkeiten im Haus Heumühlgasse 14, die an das bestehende Vereinszentrum angrenzen, angemietet. Dafür gab es im wesentlichen zwei Gründe:

Einerseits ist das Gugg nach fünf Jahren an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen: Immer wieder ist es vorgekommen, dass sich Arbeitsgruppen der HOSI Wien anderswo treffen mussten, weil im Gugg kein Platz mehr war. Das monatliche Queerfix, das sich sinnvoller- und zweckmäßigerweise eigentlich am donnerstäglichen Jugendabend treffen möchte, musste etwa in die Villa ausweichen, da bei durchschnittlich 60–80 jungen BesucherInnen am Donnerstag einfach kein ruhiger Platz für eine Besprechung vorhanden war. Auch so mancher Anfrage aus der Community nach Nutzung des Gugg konnten wir nicht mehr entsprechen, weil das Lokal ausgelastet war.

Andererseits hat die HOSI Wien mittlerweile die Größe eines kleinen bzw. mittleren Unternehmens erreicht, und dafür haben wir einfach keine ausreichenden Büroräumlichkeiten gehabt. Der Kassier musste bisher die umfangreiche Buchhaltung von daheim aus erledigen und die Akten und Unterlagen immer hin- und herschleppen – höchste Zeit also, dass auch er einen permanenten Arbeitsplatz im Vereinszentrum bekommt. Der neue Büroraum wird auch groß genug sein, um auch den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen einen Schreibtisch zur Verfügung stellen zu können.

 

Aufwendige Sanierungsarbeiten

Die Umbauarbeiten in den neuen Räumen waren und sind aufwendig und umfassend. Obmann CHRISTIAN HÖGL wandte einmal mehr hunderte ehrenamtliche Stunden dafür auf, den Umbau im Detail zu planen, Kostenvoranschläge einzuholen und mit den diversen beauftragten Firmen zu verhandeln und die Termine zu koordinieren und gemeinsam mit Kassier GERHARD LIEDL und GIOVANNI REICHMANN die Durchführung des Projekts zu überwachen. Giovanni kümmerte sich als ehrenamtlicher „Polier“ einmal mehr um die Oberaufsicht auf der Baustelle und über die Professionisten vor Ort und war zu diesem Zweck drei Monate lang mehr oder weniger täglich von früh bis spät auf der Baustelle, wo er zudem auch selbst bei den diversen Arbeiten federführend Hand anlegte.

Er wurde dabei tatkräftig von zahlreichen HelferInnen, insbesondere aus der Jugendgruppe unterstützt. Ohne diesen intensiven freiwilligen Einsatz wäre der Umbau gar nicht möglich – und schon gar nicht finanzierbar – gewesen. So ersparten sie uns viel Geld, weil in Eigenregie etwa der alte Betonboden mit Schlagbohrern sowie die alten Holzverschalungen und der Plafond entfernt und etliche Mulden Schutt aus den Räumen geräumt wurden. Beim Abkratzen der Farbe an der Außenfassade waren die ehrenamtlichen HelferInnen ebenso zur Stelle wie bei den abschließenden gründlichen Reinigungsarbeiten. Darüber hinaus haben wir die Hausverwaltung dazu überredet, durch eine Sockelsanierung der Feuchtigkeit in den Mauern zu Leibe zu rücken.

Die Professionisten-Arbeiten mussten wir natürlich an entsprechende Firmen und Handwerksbetriebe vergeben – mit Ausnahme der Elektroinstallationen, für die wieder Giovanni verantwortlich zeichnete und die im übrigen alle Stückerl spielen –: Der gesamte Fußboden in den neuen Räumen musste neu aufgeschüttet werden, bevor eine Estrichschicht aufgebracht und dann der Holzboden verlegt werden konnte. Der Innenausbauer musste die Wände und Decken verschalen und letztere schallisolieren. Für eine Verbindungstür zum bestehenden Gastraum wurde die Mauer durchbrochen. Sämtliche Fenster und auch das neue Eingangsportal in der Mühlgasse müssen erneuert werden. Die vorhandene Toilette wird völlig neu gestaltet und behindertengerecht umgebaut. Der Installateur muss auch einige neue Radiatoren anbringen und dafür neue Rohre verlegen und die Heiztherme nach dem Verfliesen des Nassraumes versetzen.

 

Salon Helga & Giovannis Room

Bei Drucklegung dieser LN-Ausgabe waren diese gröbsten Arbeiten in der Endphase. Danach steht natürlich noch der Feinschliff wie Ausmalen und Möblieren der Räume an – tausend Details und Kleinigkeiten eben, wie Lampen und technische Ausrüstung montieren etc. Anfang Oktober wird aber wohl der Großteil der Arbeiten abgeschlossen sein. Wir haben den Termin für die Geburtstagsfeier „5 Jahre Gugg“, zu der alle herzlich eingeladen sind, daher auf Samstag, 3. Oktober 2015 gelegt, um die neuen Räume bei dieser Gelegenheit offiziell eröffnen und einweihen zu können.

Die „Alt-Räume“ wurden bereits am ersten Septemberwochenende ausgemalt und fertigrenoviert und erstrahlen in neuem Glanz. Nach Abschluss der Sockelsanierung wird dann auch die gesamte Fassade neu gestrichen werden – einen eindrucksvollen, das Portal umschlingenden gemalten Regenbogen inklusive.

Um den neuen Gruppen- bzw. Besprechungsraum und den bestehenden Veranstaltungsraum – etwa bei Reservierungen für Aktivitäten etc. – auch intern leichter „auseinanderhalten“ zu können, haben wir uns entschlossen, den Räumen Namen zu geben. Den neuen Gruppenraum haben wir in Erinnerung an die im Vorjahr verstorbene langjährige HOSI-Wien-Aktivistin Helga Pankratz (und in Anspielung auf die legendäre Stermann-Grissemann-Radiosendung) „Salon Helga“ und den bestehenden Veranstaltungsraum in Anerkennung des unglaublichen und unbezahlbaren Einsatzes von Giovanni Reichmann für das Gugg (und in Anspielung auf den einschlägigen Roman James Baldwins) „Giovannis Room“ getauft.

 

Spendenaufruf

Die umfangreiche Adaptierung der neuen Räumlichkeiten ist nicht nur organisatorisch und logistisch, sondern auch finanziell eine riesige Herausforderung für die HOSI Wien. Wie ebenfalls in der letzten Ausgabe berichtet, hatten wir Reserven für dieses Großprojekt angelegt, und wir werden an die € 100.000,– dafür ausgeben. Die Bausteinaktion, die wir im Juli gestartet haben, ist ebenfalls sehr gut angelaufen, und wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bisherigen SpenderInnen ganz herzlich für ihre großzügige Unterstützung bedanken. Noch haben wir aber den benötigten Spendenbetrag nicht erreicht, und daher ersuchen wir weiterhin um Spenden bzw. um den Erwerb von Bausteinen. Alles Nähere im Kasten auf S. 9.