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Pink Triangle Coalition (PTC)

Im Rahmen meines Engagements für die Anerkennung und Entschädigung homosexueller NS-Opfer vertrat ich die ILGA-Europa (deren Vorstandsvorsitzender ich von 1997 bis 2003 war) und später die HOSI Wien in der Pink Triangle Coalition. Sie wurde offiziell 1998 in Berlin aus der Taufe gehoben (den Namen hatte übrigens ich vorgeschlagen) und bestand aus rund einem Dutzend internationaler und nationaler Organisationen, die über ein spezielles Interesse bzw. über entsprechende Expertise in Sachen NS-Verfolgung Homosexueller verfügten. Die HOSI Wien wurde bei dieser Gelegenheit in diesen exklusiven Zusammenschluss aufgenommen.

Wichtigste Aufgabe der PTC war es, diese Opfergruppe gegenüber den diversen internationalen Entschädigungsfonds zu vertreten, die Ende der 1990er Jahre neugeschaffen worden waren. Die wichtigsten dieser „Holocaust“-Fonds waren jene, die die Restbestände des Nazi-Raubgolds verteilten, das nach Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten beschlagnahmt worden war, sowie zwei Schweizer Fonds.

Die Aktivitäten einzelner PTC-Mitglieder auf diesem Gebiet reichten bis ins Jahr 1997 zurück, wie ich in meinem ersten größeren Beitrag über die PTC in den LN 4/2001 berichtete. Darin habe ich die Ursprünge und Anfänge dieser Initiative im Detail geschildert (mit Verweisen auf noch frühere Artikel in den LN).

Zwar gelang es der PTC, Gelder aus diesen Fonds sowohl für noch lebende homosexuelle NS-Opfer als auch für Gedenk- und Informationsaktivitäten zu lukrieren, aber mit ihrem größten Projekt scheiterte sie. Die PTC beantragte, aus dem „Rechtsverfahren um die Vermögenswerte der Holocaust-Opfer (Schweizer Banken)“ – auch als Holocaust Victim Assets Litigation bekannt – ein Prozent der Gesamtsumme der Vereinbarung (also 12,5 Millionen US-Dollar) zu erhalten, um dieses Geld dann über eine Stiftung zur Unterstützung einschlägiger Gedenk- und Forschungsaktivitäten zu verteilen. Der Antrag wurde schließlich im September 2005 endgültig abgelehnt, wie ich in einem ausführlichen Beitrag in den LN 6/2005 berichtete. Der entsprechende Antrag steht für Interessierte hier zum Download bereit.

Informationen zur PTC findet sich auch auf der Website der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft in Berlin.